Maibowle mit Erdbeeren

Waldmeister

Alles Neu macht der Mai. Die Wilden Beete sind zurück. Meine lange Winterpause war so nicht geplant, aber eben auch nicht das spontane Frühlingserwachen. Kein Grund nicht zu feiern, holt die Gläser raus, es gibt Bowle…

Maibowle mit Waldmeister und Erdbeeren

Maibowle mit Waldmeister und Erdbeeren

Waldmeister findet man zwischen April und Mai vor allem in Buchen- und Mischwäldern, er enthält Cumarin und dem werden allerlei Wirkungen nachgesagt. In geringen Dosen soll es anregend sein, aber das ist eine Bowle an einem lauen Maiabend ja sowie immer.

Eine original Maibowle kommt ohne Erdbeeren aus, aber ich finde in eine Bowle gehören Früchte nach denen man picken kann. Schöner sieht es zudem aus und der Geschmack ergänzt sich gut. Ist die Waldmeistersaison vorbei oder gerade kein Wald in der Nähe ist Minze eine leckere Alternative.

Das beste Aroma entfalten die Waldmeisterblätter wenn man sie über Nacht trockenen läßt oder kurz einfriert. Eine Eigenschaft, die sich sehr gut mit meinen Sammelgewohnheiten verträgt: Pflücken, in der Jackentasche vergessen und am nächsten Abend eine Bowle zubereiten:

  • 2 Flaschen trockenen Weißwein
  • 1 Flasche Sekt
  • 1 Bund Waldmeister (ohne Blüten)
  • 300 gr Erdbeeren
  • 2 EL Puderzucker

Die Erdbeeren waschen und gut trocken tupfen, in Scheiben schneiden und in ein Bowleglas füllen. Mit Puderzucker bestäuben und mit dem Wein aufgießen.

Die leicht getrockneten Blätter des Waldmeisters zusammenbinden und so in das Glas hängen, dass die Stilenden nicht mit dem Wein in Kontakt kommen, sonst werden die darin enthaltenen Bitterstoffe abgegeben. Den Waldmeister ca. eine Stunde ziehen lassen, danach entfernen.

Die Bowle kalt stellen und vor dem Servieren mit kaltem Sekt auffüllen. Und auf jeden Fall alle Erdbeeren essen!

Kartoffel-Apfel-Gratin

ÄpfelKatoffel und Apfel

Der offizielle Herbstanfang in den Wilden Beeten: In den nächsten Rezepten dreht sich alles um Kartoffeln und vor allem um Äpfel. Schliesslich stehen insgesamt acht Apfelbäume im Garten, die mittlerweile alle geerntet sind. Die Kisten stapeln sich im Keller und duften nach… naja, nach Apfel eben, aber das ganz wunderbar.
Der wichtigste Zutatenlieferant für die Apfelwochen ist der große Boskoop Baum, der im Garten steht. Der eigentlich Name ist sogar “Schöner von Boskoop”, ist das nicht schön? Die Äpfel sind zu sauer um sie so zu essen, dafür eignen sie sich sehr gut zum Backen und Kochen.

Kartoffel-Apfel-GratinDas Rezept stammt aus dem ersten Kochbuch, das ich mit 15 gekauft hab. Für mich so bedeutend wie für andere Ihre erste Platte. Ich hab die Rezepte quasi auf repeat gekocht, aber am meisten dieses Gratin. Inzwischen sind ein paar Bücher dazugekommen, aber der Auflauf bleibt.

  • 400 g Kartoffeln
  • 400 g Äpfel (Boskoop)
  • 1 große Gemüsezwiebel
  • 300 ml Sahne
  • 200 g Gruyer Käse
  • 1 Messerspitze geriebene Muskatnuss
  • Pfeffer
  • Salz

Kartoffeln und Zwiebeln schälen und auf einer Gurkenhobel in dünne Scheiben schneiden. Äpfel ebenfalls schälen, halbieren, das Kerngehäuse entfernen und in dünne Scheiben schneiden. Äpfel-, Kartoffeln- und Zwiebelscheiben abwechseln in eine flachen Auflaufform schichten. Die Sahne mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer verrühren und darüber geben. Den Käse reiben und darauf verteilen. Für 40 Minuten bei 180°C im Ofen überbacken.

Kartoffelsalat mit Apfel und Kapuzinerkresse

Kartoffelsalat mit Kapuzinerkresse und Apfel

Nach einer Experimentierphase, die mein Kapuzinerkressebeet sehr dezimiert, hat hier ein weiteres Ergebnis – diesmal in Form eines Kartoffelsalats. Zum Glück wächst das Zeug ja schnell nach. Das ist auch schon ein kleiner Vorgeschmack auf die nächste Reihe, in der sich alles um Äpfel und Kartoffeln drehen wird.
Und keine Angst vor dem Foto, wenn man alles in eine Schüssel wirft, umrührt und den Salat ein paar Stunden durchziehen lässt schmeckt er eigentlich noch besser.

Für 2 Personen

Salat

  • 400 g festkochende Kartoffeln
  • 2 säuerliche Äpfel (z. B. Braeburn)
  • 2 Eier, von glücklichen Hühnern
  • 2 Hände voll Kapuzinerkresse-Blätter

Meerrettich-Sauce

  • 2 EL Saure Sahne
  • 1 TL Meerrettich
  • Schnittlauch, in Röllchen geschnitten
  • 1 Prise Zucker
  • Salz
  • Pfeffer

Kartoffeln kochen, pellen und komplett auskühlen lassen, sonst zerfallen sie, danach schälen und in Scheiben schneiden. Die Eier hart kochen (10 Min.), abschrecken und pellen. Eier halbieren und das Eigelb in einer Schüssel mit Zutaten für die Salatsauce pürieren.

Die Äpfel halbieren, entkernen und in schmale Spalten schneiden. Die Spalten abwechselnd mit den Kartoffelscheiben und den Kapuzinerkresseblätter auf den Tellern anrichten. Das Eiweiß in Würfel schneiden und zusammen mit der Sauce darüber geben.

Kräutersalat mit Kapuzinerkresse

Kapuzinerkresse

Kapuzinerkresse sieht wunderschön aus und wächst nicht nur in den wilden Beeten, sondern rankt sich auch jeden Stadtbalkon hoch. Sie blüht von Mai bis Oktober und ist die ideale Begrünung für ein Balkongeländer oder einen Zaun. Die Blüten sind sehr hübsch und die Blätter haben einen Lotuseffekt, dem ich immer wieder fasziniert zuschauen kann.

Kapuzinerkresse
Man kann sowohl die Blätter als auch die Blüten essen, beide sind sehr aromatisch. Durch das enthaltene Senföl schmecken sie ein wenig scharf und wirken sogar schwach antibiotisch. Genug Gründe um dem schönen Kraut eine kleine Serie zu widmen.

Salat mit Kapuzinerkresse

Als Beilage für 2 Personen

Salat

  • 1 kleiner Kopf Eichblattsalat
  • 2 Handvoll Sauerampferblätter und -stängel
  • Je eine Handvoll Kapuzinerkresseblüten und -blätter
  • 4 Stängel Estragon
  • einige Rispen Rote Johannisbeeren

Honigdressing

  • 3 EL Estragonessig
  • 1 EL flüssigen Honig
  • 4 EL Walnussöl
  • 1 Prise Salz
Für das Dressing Essig, Honig und Salz verrühren und langsam das Öl dazugeben. Eichblattsalat, Sauerampfer und Estragon kleinzupfen, waschen und gut trockenschleudern. In einer Schüssel mit den Kapuzinerkresseblättern und -blüten und den Johannisbeeren mischen und mit dem Dressing servieren.

Salat mit Zuckerschoten und Nektarinen

Salat mit Zuckerschoten und Nektarinen
Die Sonne scheint, der Sommer ist endlich wieder da und ich will raus an den See. Keine Zeit zu kochen, keine Zeit hier lange Zeilen zu schreiben. Also ganz schnell einen Salat, aber einen leckeren.

Für zwei Personen

Salat

  • 500 g Zuckerschoten
  • ein paar frisches Spitzen Zuckerschotengrün
  • 2 Nektarinen
  • 250 g Schafskäse
  • Ein paar Blätter frische Pfefferminze

Dressing

  • 2 EL Weißweinessig
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 TL Senf
  • 1 Prise Zucker
  • 1 Prise Salz

Wer mag kann die Zuckerschoten eine Minuten in kochendem Wasser blanchieren und dann in Eiswasser abschrecken, dann sind sie ein wenig weicher. Wenn sie noch ganz zart, sind esse ich sie lieber roh. Die Schoten waschen und evtl. Fäden entfernen. Necktarine in Spalten schneiden und mit den Minzblättern und die Schoten und die Blätter mischen. Den Feta darüber bröckeln. Aus den Zutaten ein Dressing rühren, über den Salat geben. Fertig.

Lammkoteletts in Kräutermarinade mit Bohnensalat

Kräutermarinade für LammkotelettsGegrilltes Lammkotelett erinnert mich immer an die wunderschönen und endlosen Sommer auf Kreta. Dort habe ich die Marinade hauptsächlich aus wildem Berg-Oregano gemacht, der hier im Garten natürlich so nicht wächst. Auch die Zitronen und das Olivenöl schmecken hier nur halb so gut. Trotzdem ist es mein liebstes Rezept zum Grillen. Und wer die Marinade einmal probiert hat, kauft nie wieder fertig mariniertes Grillfleisch, versprochen. Wenn man die Paste mit weniger Öl verrührt eignet sie sich auch gut als Füllung für gegrillten Fisch. Der Salat ist natürlich auch lecker, selbst wenn es schon wieder Birne gibt.

Lammkoteletts in Kräutermarinade mit Bohnensalat

Für zwei Personen:

Bohnensalat mit Birne 

  • 500 g Grüne Bohnen
  • 1 Birne
  • frisches Bohnenkraut

Senfdressing

  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Prise Salz
  • 3 EL Zitronensaft
  • 3 TL grober Dijonsenf
  • 1 TL Zucker
  • 4 EL Olivenöl

Koteletts & Kräutermarinade

  • 4 Lammkoteletts, Bio-Qualität
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Bio-Zitrone
  • 1 Bund frische Kräuter: Salbei, Rosmarin, Thymian, Pfefferminz
  • 1 TL Rosa Beeren
  • 10 EL Olivenöl

Die Zitrone schälen und den Saft auspressen. Die Blätter der Kräuter von den Stilen zupfen und den Knoblauch schälen. Alle Zutaten in einem Mörser oder in einer Küchenmaschine zu einer feinen Paste verarbeiten. Das Fleisch darin mindestens 2 Stunden marinieren lassen.

In der Zwischenzeit die Bohnen ca. 8 Minuten blanchieren, so dass sie noch bissfest sind. Danach in Eiswasser abschrecken. Die Birne vierteln, das Kerngehäuse entfernen und kleine Spalten schneiden.

Den Knoblauch mit dem Salz zerreiben, Zitronensaft, Senf und Zucker dazugeben und verrühren. Dann tropfenweise das Öl dazugeben, so dass eine dicke Sauce entsteht.

Mit den Bohnen, Birnenstücken und dem Bohnekraut mischen. Am besten schmeckt der Salat wenn er etwas durchgezogen ist.

Die Koteletts entweder auf den Grill legen oder in einer Pfanne von beiden Seiten je 7–10 Minuten braten und mit dem Salat servieren.

 

Birne in Gewürzwein

Birne in Rotwein

In einem kalten, verregneten Sommer wie diesem hat man ja manchmal schon fast Sehnsucht nach Weihnachtsessen, das die Seele wärmt. Da ist dieser Nachtisch perfekt, schmeckt nach Sommer und trotzdem ein bisschen nach Glühwein. Außerdem macht er echt was her, wenn man Besuch hat…

  • 4 – 6 Birnen, nicht zu weich
  • 1 Flasche guten, trockenen Rotwein
  • 3 EL Kandiszucker
  • 1 halbe Vanilleschote
  • ein Stückchen Zimtstange
  • 2 ganze Nelken
  • 1 Stück Sternanis
  • 1 TL Piement
  • Schale von einer Bio-Zitrone
  • 4 EL Crème fraîche oder Mascarpone
Die Vanilleschote auskratzen und mit der Crème fraîche verrühren. Die Creme bis zum Servieren in den Kühlschrank stellen. Den Backofen auf 160°C vorheizen.
Den Rotwein mit den Resten der Vanilleschote, den Gewürzen, dem Kandis und der Zitronenschale erhitzen, aber nicht kochen. Währenddessen die Birnen dünn schälen, so dass die Form möglichst gut erhalten bleibt. Dabei den Stil dran lassen. Eventuell unten so viel abschneiden, dass die Birne gerade steht.
Den Topf mit dem Rotwein vom Herd nehmen. Die Birnen nebeneinander hineinstellen. Sie müssen ganz mit dem Sud bedeckt sein. Den Topf für ca. eine Stunde in den Backofen stellen und einkochen lassen. Danach die Birnen vorsichtig herausheben und den einen Teil des Rotweins im offenen Topf zu einer Sauce einkochen lassen.
Die Birnen warm oder kalt mit der Vanillecreme und der Rotweinsauce servieren.

Tartelettes mit Birne und Comté

Tartlets mit Birne

Tartelettes sind die kleinen Versionen des französischen Tartes und können genauso unzählig variiert werden. Der beschriebene Mürbeteig schmeckt auch gut mit süßen Belegen. Man könnte ihn also auch gut halbieren und aus der anderen Hälfte gleich einen Nachtisch zaubern.

  • 250 g Vollkornmehl
  • 150 kalte Butter
  • 1 Prise Salz
  • 4 Birnen
  • 150 g Comté oder einen andere würzigen Bergkäse
  • Ein paar Zweige frischen Thymian
  • Pfeffer

Die kalte Butter in kleine Stücke schneiden und rasch mit dem Mehl und dem Salz zu einem Mürbeteig verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen, mit Frischhaltefolie einpacken und mindestens eine Stunde in den Kühlschrank stellen.

Den Backofen auf 210 °C vorheizen. Die Teigkugeln in 1 cm dicke Scheiben schneiden. die Scheiben nebeneinander legen und zwischen 2 Frischhaltefolien zu einem dünnen Teil ausrollen. Kreise daraus ausstechen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Die Birnen vierteln, vom Kerngehäuse befreien und in dünne Spalten schneiden. Die Tartlets damit belegen. Den Käse reiben und zusammen mit den Thymianblättchen darauf verteilen. 30 Minuten backen und warm mit frisch gemahlenem Pfeffer servieren.

Wenn es schnell gehen muss kann man den Mürbeteig auch durch Tiefkühlblätterteig oder Filoteig ersetzen.

 

 

Marillenknödel

Aprikosen und Kartoffeln

Ja, wir habe sogar Kartoffeln im Garten. Für Notfälle, man weiß ja nie… Und die ersten Kartoffeln treffen heute die letzten Aprikosen.
Marillenknödel waren mein absolutes Lieblingsgericht als Kind. Und immer etwas geheimnisvoll, denn das österreichische Wort “Marille” kannte ich ausschliesslich in diesem Kontext. Ich konnte mir überhaupt nicht erklären, aus was denn diese leckere Füllung besteht. Aber auch die Entdeckung, dass es sich um gewöhnliche Aprikosen handelt konnte diesem wundervollen Gericht nichts anhaben…

Marillenknödel

  • 1 kg Kartoffeln
  • 3 Eigelb
  • 5 EL Butter
  • 1 TL Salz
  • 300g – 500g Mehl
  • ca 12 Aprikosen
  • ca 12 Zuckerwürfel
  • Aprikosen Schnaps
  • 300 gr Semmelbrösel
  • Puderzucker

Kartoffeln kochen, pellen und mit einer Kartoffelpresse oder einem Kartoffelstampfer in einer großen Schüssel zu einem feinen Muß verarbeiten. Eigelb, 3 EL Butter, und Salz  unterrühren. Nach und nach das Mehl dazugeben bis ein fester Teig entsteht. Die benötigte Menge hängt von der Kartoffelsorte ab. Den Teig zu einer Rolle formen und in ca. 12 gleich große Stücke schneiden.

Einen großen Topf Wasser aufsetzen. Die Aprikosen waschen und trocken tupfen. Eine Aprikose gerade soweit aufschneiden, dass man den Kern entfernen kann. Den Zuckerwürfel in den Schnaps tunken den Kern damit ersetzen. Mit einem Stück Teig um die Aprikose herum einen Knödel formen und in das kochende Wasser gleiten lassen. Mit allen Aprikosen wiederholen.

Wenn die Knödel gar sind steigen sie auf und schwimmen an der Oberfläche. Dann können sie mit einem Schöpflöffel herausgeholt werden.

In der Zwischenzeit die Semmelbrösel mit der restlichen Butter goldbraun rösten. Die fertigen Knödel darin wenden bis sie komplett damit bedeckt sind. Puderzucker darüber streuen und servieren.

 

Pfifferlinge

Pfifferlinge
Im Spätsommer wäre es schade die wilden Beete nicht gelegentlich zu verlassen, den Trüffelhund zu schnappen und im Wald nach Pilzen zu suchen. Wer das Glück hat Pfifferlinge zu finden, merkt den Unterschied zu denen aus dem Supermarkt sofort: Sie duften nach Aprikose… Und schmecken am Besten nur in Butter gebraten.

Pfifferlinge

  • Pfifferlinge
  • Butter
  • Salz

Morgens die Wanderschuhe anziehen, ein paar Kilometer um den Edersee wandern und unterwegs nach Pfifferlingen Ausschau halten. Gefundene Pfifferlinge vorsichtig herausdrehen oder mit einem scharfen Messer kurz über dem Boden abschneiden. Abends die Wanderschuhe wieder ausziehen und die Pfifferlinge putzen (Pilze nie waschen, sondern nur die Erde entfernen) Den Campingkocher anmachen und die Pfifferlinge in Butter braten bis sie goldbraun sind, salzen, essen und glücklich ins Zelt fallen.